Bin ich gut genug?

Bin ich gut genug?Die Frage „bin ich gut genug?“ kennst du mit Sicherheit. Man könnte fast sagen, dass diese Frage ein latentes Grundrauschen in den menschlichen Hirnwindungen darstellt seit es den Menschen gibt.
Vor ein paar Tagen bekam ich eine Hilferuf-E-Mail einer Klientin, die diese „Frage der Fragen“ sehr markant zum Thema machte. Den ungefähren Inhalt der Mail mit meinen Kommentaren findest du in diesem Blog-Beitrag. Dieser ist in der typischen UMA LIFE-Praxis Manier gehalten. Wer meine Bücher schon kennt weiss, dass es sich dabei um authentische Fallbeispiele handelt, die auf echten Erfahrungen konkreter Personen handelt.

 

Liebe Ursula,

bin ich gut genug? Diese Worte beschäftigen mich schon seit ich denken kann. Sie tauchen immer wieder auf und drangsalieren mich. Es kommt mir so vor, als ob ich immer wieder mein Dasein rechtfertigen müsste.

Ja ich habe viel erlebt und habe einen großen Freundeskreis. Zurzeit bin ich in keiner Partnerschaft, da ich die Schnauze voll davon habe, immer wieder die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Dennoch erwarte ich konkrete Antworten von meinem Umfeld auf die alles entscheidende Frage: Bin ich gut genug? Natürlich hält man mich für mehr als genügend, doch kann ich das wirklich glauben???

UMA: „Sie sucht nicht wirklich nach der Bestätigung „gut genug zu sein“. Sie will im Gegenteil ihren Mangel bestätigt sehen, nämlich dass sie ungenügend ist. Sie glaubt selbst, dass sie ihr Dasein rechtfertigen müsste und tut dies, indem sie aus alten Prägungen heraus sich selbst limitiert. Wer sich unbewusst als Opfer outen „muss“, muss sich „klein machen“. Ansonsten muss er/sie womöglich noch die Verantwortung für sein/ihr Handeln übernehmen.“

 

Du hattest Recht Ursula, dieses „Spiel“ macht mich emotional abhängig von anderen. Mittlerweile weiß ich auch das!!! Meine Muster sind aber so lautstark, dass ich immer nur mir selbst glauben kann.

Beruflich glaubte ich das gefunden zu haben, was mich erfüllt. Trotzdem kommen auch da immer wieder nagende Zweifel hoch. Auch da frage ich mich ob „es reicht“, ob „ich gut genug bin“ und ob ich noch mehr tun könnte, damit mein Chef mich anerkennt? Ich fühle mich oft fehl am Platz und verfalle in Lethargie. Mein schlechtes Gewissen quatscht mich voll, weil ich dauernd Dinge verschiebe, die ich tun sollte und dann doch nicht tue. Das überwältigende Gefühl, den gestellten Aufgaben nicht gewachsen zu sein, blockiert mich. So sehr sogar, dass viele Aufgaben und Projekte (auch im privaten Bereich) liegen bleiben. Erst wenn der Druck übermächtig ist, nehme ich das Problem halbherzig und mit grosser Angst in Angriff. Meist mit entsprechend unbefriedigendem Resultat.

UMA: „Durch das Mangelbewusstsein „ich bin nicht gut genug“ verlagert sich eine Selbstbestätigung meist auf das Leistungsprinzip Perfektionismus, das nicht nur im funktionalen Arbeitsbereich greift. Gute oder gar perfekte Ergebnisse und Leistungen werden immer wichtiger. Man glaubt diese Attribute beeinflussen und kontrollieren zu können. Damit verliert jedoch der erlebnisorientierte Bereich des Lebens immer mehr an Wert.“

 

Ich schreibe dir, weil ich unendlich müde bin vom kämpfen gegen mich selbst. In letzter Zeit ertappe ich mich dabei, dass ich mich mehr und mehr zurückziehe. Was will ich denn? Keine Ahnung! Stattdessen pflege ich meine Muster „ich bin nicht gut genug“. Steure ich einem Burnout entgegen? Ich spüre eine große Antriebslosigkeit und schäme mich dafür. Wo ist nur meine Energie geblieben? Mein Umfeld nehme ich sehr oft nicht einmal mehr wahr.

UMA: „Sie versucht sich über Gedanken zu befreien und bemerkt dabei nicht, dass sie sich damit in ihrem Gedankenkonstrukt selbst gefangen hält. Sie glaubt auch nicht mehr, sich auf die Außenwelt verlassen zu können, weil diese ihr ihren Mangel nicht bestätigt. Sie zieht sich zurück und hat damit genügend Zeit, die alten Muster zu pflegen. Damit entzieht sie sich ihrem effektivsten Selbsterkenntnis-Werkzeug – der Reflektion durch das Du im Aussen – und beraubt sich der Möglichkeit, durch diese unvermeidlichen Trigger, sich selbst näher zu kommen.

Einem Burn-out – also dem Gefühl ausgebrannt zu sein – liegt eindeutig ein fehlendes Burn-in zugrunde. Ein typisches Burn-in kann mit dem Begriff Begeisterung erklärt werden. Etwas das mit Begeisterung erlebt oder getan wird, belebt nicht nur physisch, sondern vor allem psychisch. Dabei hat Müdigkeit keine Chance. Natürlich kann man auch vom „Schrecklichen“ hell begeistert sein. Der vorliegende, sowie weitere 6,9 Milliarden „Fälle“, beweisen das tagtäglich.“

 

Ich habe auch grosse Angst davor aufzufallen, positiv wie negativ. Das „Rampenlicht“ scheue ich wie der Teufel das Weihwasser. Ich schäme mich so sehr, weil ich nicht einmal meinen eigenen Normen gerecht werde. Ich traue mich nicht, an meine eigenen Stärken zu glauben. Warum? Habe ich Angst mich selbst zu enttäuschen? Will ich in meinem Umfeld Mitleid verursachen? Gehe ich deshalb in die Opferrolle?
Hilfe – holt mich da raus!!!!!!!!!!!!!!

UMA: „Im vermeintlichen Rampenlicht müsste sie Verantwortung für ihr Leben und das was sie daraus macht übernehmen. Da sie meint, nicht das zu sein was sie sein müsste, wählt sie lieber ein altbewährtes Programm – die Opferrolle. In der Kompensation umgibt sie sich mit Menschen, die sie darin bestärken, gut genug und liebenswert zu sein. Vom Partnerschaftsmarkt hat sie sich zurück gezogen, weil sie hier zum unbewussten Ausgleich starke Partner anzieht. Die zeigten ihr in der Vergangenheit „wie es geht“, was sie keinesfalls zulassen konnte, weil sonst die Opferrolle hinfällig geworden wäre und die aufzugeben wäre wie sterben. Lieber sterben als die Macht des Opfers zu verlieren.“

 

So eine Scheiße, dabei weiß ich doch mittlerweile, dass ich im aussen nichts tun kann. Jajaaa ich weiss, dass es an meiner Einstellung zu mir selbst liegt. Nur, was kann ich tun um diese Einstellung endlich zu ändern?

UMA: „Nichts ist zu tun. Nimm die Bewertung raus und schau in deinen Spiegel. Werde dir bewusst, wie du dich mit der Rolle von „ich bin nicht gut genug“ in der Opferrolle identifizierst. Nur mit bewusstem und ehrlichem überprüfen der tiefsten innersten Glaubenssysteme, kannst du eine Einstellung ändern. Mit „überprüfen“ meine ich das wertfreie Hinterfragen deiner bisherigen Glaubensmuster. Frage dich einfach „stimmt das wirklich, was ich da gerade denke?“.
Eine Einstellung verändert sich nur, wenn du dich bewusst auf dich und die Rollenspiele einlässt – wenn du bereit bist, dich schonungslos deiner Wahrheit zu stellen. Wie das gehen soll? Indem du dich radikal zulässt, anstatt weiter dein Lebens-Verhinderungs-Programm am Laufen zu halten. Nur damit ist ehrliche Selbstreflektion möglich und erst dann findet automatisch eine Selbstkorrektur statt.“

Liebe Grüsse
UMA

Mehr zu diesem Thema und der Arbeit von Ursula Maria Auktor findest du in ihrem aktuellen Buch
Das System Beziehung – Illusion & Sucht“. Besonders die Fallbeispiele auf den Seiten 30 und 89 sind als Ergänzung zu diesem Blog-Beitrag sehr interessant.

Weiter Blog-Beiträge mit ähnlicher Thematik findest du hier:

Leistest du noch Widerstand, oder lebst du schon?
Die Illusion der Ich-Identität
Starke Denker fühlen sich schuldig

Hier findest du noch einen Beitrag zum Thema Burnout.

Neuste Informationsmedizin von UMA auf Youtube: Mein Körper – Hülle oder Hölle?

 

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Bildquellennachweis:

Frau sitzt unter Glas – https://de.123rf.com/mylightbox_detail.php?lid=3478928&start=100&mediapopup=15662516 – von bowie15   https://de.123rf.com/profile_bowie15

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