Radikaler Kurswechsel

Flüchten oder AngreifenRadikaler Kurswechsel – Flüchten oder Angreifen

Der Nerv der Zeit drückt auf die Instabilität. Alles ist im Wandel und die Ereignisse geschehen in einer wahnsinnigen Dynamik. Wer bist du darin?

Der aktuelle Zeitgeist ist durchbohrt von verzweifelten Versuchen Lösungen zu finden. Keine Ebene scheint davon verschont – weder gesellschaftliche noch thematische. Alle suchen wie wahnsinnig nach „Er-Lösung“ oder noch besser nach „viel-versprechenden“ Garantien.

So sucht die Welt der Politik andauernd nach Lösungen, die ein Chaos verhindern sollen. Du selbst stehst in deinem eigenen Universum vielleicht gerade einem schwierigen Arbeitsmarkt oder einer unbefriedigenden Partnerschaft gegenüber.

Das, was beiden Szenarien als Gemeinsamkeit zugrunde liegt, ist die Jagd nach emotionaler Sicherheit. Eine Haltung, die unbewusst grosse Unsicherheit voraussetzt und als Reaktion das Mangeldenken anheizt. Das Ganze wirkt wie ein Virus, der sich wie eine Epidemie verbreitet und den Druck auf Lösungserfolge intensiviert. Im täglichen Leben entpuppen sich Lösungen meist als Lippenbekenntnisse und „falsche“ Kompromisse. So wird der Virus irgendwann resistent und die anfängliche Suche wird zur Droge.

Das einzige, was du mit einem solchen „Vorgehen“ mit Sicherheit nicht finden wirst ist Gewissheit – sei es über eine Situation oder über dich selbst. Deine Ungewissheit ist das zermürbende Negativfeld auf der Suche nach dir selbst. So muss dich dein ermüdendes Streben nach Erfolg, Glück und Zufriedenheit irgendwann an den Rand der Verzweiflung bringen. Und die als real empfundenen „Zwischenhochs“ verwandeln sich immer schneller in Scheinsiege.

Trotz allem bringen dich genau solche „Enttäuschungen“ immer näher an die Gewissheit darüber, was und wer du bist. Wie bei einem Arzt gilt auch im Leben das Ausschlussverfahren als wichtiges Werkzeug, um stetige Erkenntnisse über deine wahre Identität zu erhalten – Selbsterkenntnis führt dich zunächst ins Gegenteil. Das jedenfalls ist die absolut klare Bilanz aus unserer jahrelangen Identitätsforschung mit den Menschen.

Was bedeutet Identitätsforschung und warum ist sie wichtig?
Im Laufe deines Lebens sitzt du etlichen falschen Identitäten auf, die du dir aus dem Glauben heraus angeeignet hast, dass sie da draussen „gefragt“ sind. Du spielst zum Beispiel den Diplomaten oder Kriegsdienstverweigerer, bist aber unbewusst jeden Morgen enttäuscht, wenn du die Vorhänge aufmachst und da draussen kein „Krieg“ stattfindet.

Da deine individuelle Wahrheit aber nun vielleicht wirklich „Krieger“ oder „Kriegerin“ ist, drückt das in deinem Alltag immer mal wieder durch. Mag sein, dass du die fehlende Spannung in deiner Partner-Beziehung steigerst. Oder du legst dich mit Kunden, Chefs, Mitarbeitern oder anderen Autofahrern an.

Natürlich versuchst du deine Aggressionen in den Griff zu bekommen und strengst dich sehr an, um diese „unangebrachten“ Spannungen in dir zu kontrollieren oder lieber gleich los zu werden. Mit dieser Kontrolle verschärfst du allerdings nur die Konzentration auf die Aggressionen, womit noch mehr Widerstand aufgebaut wird.

Mit diesem Vorgehen wird der Lebensfilm quasi angehalten und die Situation mit all ihren Emotionen und Gefühlen kann immer und immer wieder durchlebt werden. Was bei schönen Gefühlen wünschenswert ist, wird bei schmerzlichen Emotionen zur Qual.

Dieses kleine Beispiel ist absolut kein Sonderfall. In unseren Seminaren, Workshops und Einzelberatungen erleben wir die fantastischsten Geschichten, wie Menschen sich an falsche Identitäten klammern und diese dann auch noch bis zum Umfallen zu verbessern versuchen.

Sicher erkennst du nun auch, weshalb wir allgemein gültige ICH-Optimierungs-Großveranstaltungen nicht unterstützen können. Unsere Erfahrungen in den letzten Jahrzehnten zeigen, dass die
„Face to Face“ Reflektions-Arbeit mit den Menschen, an Nachhaltigkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Warum leben wir nicht von Anfang an und durch alles hindurch unsere Essenz?
Nun, zum einen kommt uns da die Phase der Erziehung in die Quere. Wobei weder unseren Eltern noch deren Eltern, noch deren Eltern ein Vorwurf zu machen ist. Sie wussten es alle nicht anders … Das bedeutet, dass unsere Prägungen nicht nur auf der Kindheit basieren. Es kommen noch kollektive Muster hinzu, vor allem aber alte, kollektive Ängste.

Zum anderen funkt noch die Polarität in der wir leben in unsere Bewusstseins-Entwicklung. Das bedeutet, dass der Mensch einer Gesetzmässigkeit unterworfen ist, gegen die er sich von Anfang an unbewusst, jedoch vehement wehrt. Das ist das Gesetz der Gegensätzlichkeit oder eben das Prinzip der Polarität – ohne Nacht kein Tag, ohne schlecht kein gut und ohne Begrenzung keine Freiheit. Womit auch klar ist, dass ohne Spannung, Entspannung nicht möglich ist.

Als weiteren Punkt möchte ich noch anfügen, dass der Mensch wirkliche Erkenntnisse nur auf der emotionalen Ebene machen kann. Für viele ist genau dieser Punkt inakzeptabel, da es bedeutet, dass das emotionale Leiden genau so aufmerksam durchlebt werden sollte, wie die Freude. Da steigen die meisten aus.

Eine Identitätsfindung setzt also die unumstössliche und bedingungslose Bereitschaft zur Selbsterforschung voraus. Dabei werden bisherige Fluchtreflexe aufgedeckt, was wiederum den Mut weckt, das eigentliche Leben endlich in Angriff zu nehmen.

Immer mehr Menschen wählen den radikalen Kurswechsel, weil sie agieren wollen, statt immer nur ohnmächtig reagieren zu müssen. Sie begeben sich damit in den Selbsterkenntnis Prozess, der die „Lösung“ nur im Inneren preisgibt. Diese Menschen haben genug davon, sich mit Trost-Pflaster-Systemen abfinden zu müssen und entscheiden sich bewusst für eine Neueinstellung ihrer Lebens-Perspektiven.

Diese Entscheidungen begleiten und unterstützen wir mit Seminaren, Workshops und Beratungen, als auch mit Büchern. Denn eine Stabilität der eigenen, individuellen Identität lässt sich nicht in der Reflektion, der sich ständig verändernden Welt im aussen finden. Also kannst du die für dich passenden Lösungen nur in dir selbst entdecken.

Wäre doch möglich, dass sich „deine Lösungen“ heute schon zeigen. Nur kannst du sie nicht erkennen, weil es keine sind, die du dir jetzt vorstellen und erdenken kannst. Denn es geht nur durch die Los-Lösung von der Idee-Illusion, dass es eine Lösung gibt.

Willst du weiter flüchten oder dein Leben in Angriff nehmen?

Alles klar?
Alles Clarius!
Klaus*

 

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Bildquellennachweis:

Mann erschrickt vor Monster im Fernsehen – https://de.123rf.com/mylightbox_detail.php?lid=3478928&start=200&mediapopup=25236606 – von Antonio Gravante   https://de.123rf.com/profile_supergranto

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