Neu –> Die Macht der Mutter-Rolle in der Beziehung

Kampf der GeschlechterPaarberatungen nehmen bei uns sehr stark zu. Gerade in der aktuellen Zeit, die von vielen als speziell unsicher, schnelllebig, gefährlich oder „unfreundlich“ wahrgenommen wird, ergibt sich natürlich auch auf der Beziehungsebene – nicht nur auf der Job-Bühne – sehr viel Reibung.

Wer nun darauf bedacht ist, die Beziehung und die Familie als Zufluchtsort mit Harmonie und Sicherheit auszubauen, muss enttäuscht werden und das nicht nur wegen des Zeitgeistes.

Für uns in der Praxisarbeit, ist betreffend Partnerschaft das jeweilige Rollenverhalten sehr spannend zu beobachten. Was ich damit meine, kannst du im folgenden UMA LIFE-Praxis Beispiel gut nachvollziehen.

Immer wieder deute ich an, wie sehr ich mit den Männern mitfühle. Vor allem haben sie gegen die Mutter-Rolle keine Chance. Viele Frauen ziehen bei diesen Äusserungen sofort den Kopf ein oder gehen zum Gegenangriff über, weil sie sich der „Mutter-Macht“ meist gar nicht bewusst sind. Oder sollte ich sagen, des „Macht-Missbrauchs“ nicht bewusst sind?

Mach dir nun selbst ein Bild und mach dir auch gleichzeitig klar, wie die Rollen im echten Leben „art-gerecht“ gelebt werden wollen. Im vorliegenden Fall am plakativen Beispiel der Mutter-Rolle  in der Partnerschaft. Es geht um unbewusste Machtaspekte der Frau gegenüber dem Mann, besonders in ihrer stärksten Rolle als Mutter. (Übrigens, den kompletten Text findest du in meinem Buch „BeziehungsDynamit“, Seite 57)

 

UMA LIFE-Praxis

Mann und Frau lernen sich nach enttäuschenden Vorerfahrungen kennen. Sie verlieben sich und am Anfang ist alles nur rosarot und himmelblau. Übrigens: Derjenige, der mehr verliebt ist, ist dadurch grundsätzlich in der Ohnmacht in der Beziehung.

Die Prägungen aus ihrer Kindheit, durch Aussagen von Eltern und anderen Erwachsenen, wirken – wie bei allen – auch hier. Sie wirken unbewusst kraftvoll auf unsere Haltung uns selbst, unserem Leben und unseren Beziehungen gegenüber.

Natürlich findet bei unserem Pärchen auch Sexualität statt. Diese ist mehr oder weniger normal, doch was genau kann man als normal bezeichnen? Im vorliegenden Fall ist der Sex ohne Offenheit und Vielseitigkeit, einfach im gewohnten und sicheren Rahmen.

Nach einer gewissen Zeit merkt er, dass ihm auf der sexuellen Ebene etwas fehlt und wird dadurch zusehends unzufriedener. Da er der kreativere Teil ist, möchte er sich auch auf dieser Ebene gerne ausprobieren und experimentieren. Für sie kommt dies jedoch überhaupt nicht infrage, ihr reicht das, was sie bisher hatte, vollkommen aus.

Doch beide möchten ihre Bedürfnisse durchsetzen und glauben sich im Recht. Es folgen nächtelange Diskussionen, die zu nichts führen, weil ihr Ego sich durchsetzen will. Der Kampf der Geschlechter geht jetzt ins Aussen, obwohl der eigentlich nach innen verlegt werden sollte.

Jeder kann nur reflektieren, was in ihm selbst angelegt ist. Das heisst, alles, was mit dir selbst zu tun hat und dich auf der emotionalen Ebene „antriggert“, erkennst du nur über die Reflektion im Aussen. Was dich emotional nicht berührt, ist im Moment nicht relevant.

In diesem ganzen Kampf teilt sie ihm mit, dass sie schwanger ist. Ob sie es darauf angelegt hat oder nicht, darüber sollte man nicht spekulieren, doch es scheint schon etwas merkwürdig, dass sich genau zu diesem Zeitpunkt ein Kind ansagt. Dabei setzt sie dem Ganzen noch eins drauf und droht damit, sich umzubringen, wenn er sie jetzt verlässt. In ihrer grossen Angst wendet sie damit eine weitere unbewusste emotionale Zange an.

Kampf der GeschlechterEr, der korrekte, ängstliche, der vor Autoritäten Angst und Respekt hat, fügt sich. Und sie tun das, was so viele andere Paare auch tun, sie heiraten. Die Zweckgemeinschaft ist geboren. Die Macht und Ohnmacht Show kann beginnen. Hier wird die Selbstverleugnung sichtbar, aber um welchen Preis? Unbewusst siegt die Angst und die Vernunft über das Gefühl, was nur zur Kontrolle über die Gefühle führen kann.

Die beiden gehen einen Kompromiss nach dem anderen ein, nur damit das Bild im Aussen aufrechterhalten werden kann. Doch damit nicht genug. Sie setzen auch noch weitere Kinder in die Welt. Das Gefängnis wird nun so richtig eng und keinem ist bewusst, dass sie „perfekte Familie spielen“, um sich selbst und das Umfeld unbewusst abzulenken.

Unterdessen unterdrückt oder vielmehr verbannt er seine sexuellen Bedürfnisse total ins Unterbewusstsein. Die Konsequenz daraus ist, dass er kompensieren muss. Aber wie tut er das?

Er spielt „Super-Mann“. Er muss jetzt als Vater und Versorger seine Pflichten erfüllen. Er holt sich seinen Wert und die Absolution über äussere Aktivitäten. Die Schuld, die er sich selbst gibt, soll damit kompensiert werden. Sexuell traut er sich schon lange nicht mehr seine Bedürfnisse auszusprechen, geschweige denn zu hoffen, dass sie erfüllt werden.

Ein Mann definiert sich über die Sexualität, dass er ein Mann ist. Ein Mann will das männliche Prinzip leben und muss „eindringen“. Nur so kann er sich als Mann fühlen. In unserer Geschichte geht das bereits nicht mehr. Er sieht seine Frau nur noch als Institution Mutter und welcher Mann vögelt schon mit Begeisterung sein „Versorgungssystem“? „Verbotene“ sexuelle Sachen tut man nicht mit der Mutter seiner Kinder. Oder?

Wenn Sexualität nicht mehr spontan und angstfrei stattfinden kann, sondern zum Pflichtprogramm mutiert, muss ein jeder Mann kompensieren, vor allem seine natürlich männliche Aggression bzw. Aktivität. Egal, wie das individuell aussieht.

Wenn er dann noch die rücksichtsvolle Ritter-Rolle spielt, ist „Fremdgehen“ als „das-tut-man-nicht-als-anständiger-Mann“ abgetan. Damit wird er zum Bettler, denn egal welches Bedürfnis er hat, er muss immer fragen und betteln, wenn er seine Frau in der Macht sieht und sich selbst in der Ohnmacht. Ist die Frau und Mutter einmal gnädig und lässt Sex stattfinden, sind das klassische „Gnaden-Nummern“.

Jetzt zu ihr: Warum verleugnet sie die Geliebte nur so sehr? Weil sie sich nur vollkommen und ganz in ihrer Rolle als Mutter fühlt. Sie hat sich mit ihr und nur mit ihr identifiziert. Wenn sie die Mutter und auch die Geliebte als jeweilige differenzierte Rollen sehen könnte, hätte ein grösseres Spektrum von weiblichen Aspekten, eine Chance gelebt zu werden. Sie lebt jetzt die Macht der Mutter und kompensiert damit die Ohnmacht der Geliebten.

Warum verleugnet sie die Geliebte? Aus Angst vor ihrer eigenen sexuellen Kraft. Aus Angst sich die lustvolle Frau einzugestehen, geschweige denn sie zu leben. Die Kirche, die Gesellschaft oder alte Glaubenssätze lassen grüssen. Die mühsam über viele Jahre geschaffene Identität darf nicht zerstört werden.

Unbewusst hatte sie sich ihren sexuell aktiven Partner ins Leben geholt. Er hatte genau die Aspekte, die sie bei sich verleugnet.

Kampf der GeschlechterPartnerschaft sollte dafür da sein, sich gegenseitig zu unterstützen, in der Reflektion der innewohnenden eigenen Problematik. Aber wer lässt das schon zu? Die meisten geben dem Partner die Schuld und übernehmen nicht die Verantwortung für sich selbst.

Das Spiel unseres Paares hier ging noch jahrelang weiter. Bis er durch eine neue Schwangerschaft, wachgerüttelt wurde. Vorher hatte er immer nur angedeutet, aber nicht konsequent gezeigt, dass es so für ihn nicht weitergehen kann.

Erst dieser neue Schock machte ihm die ewige Wiederholungsschleife von Schwangerschaften, Selbstmorddrohungen und endlosen Diskussionen klar. „Ich bin nur wegen der Schuldgefühle geblieben und habe nicht aus meinen Gefühlen heraus gelebt, sondern aus Angst vor den Konsequenzen, Familie / Mann / Vater gespielt. Was bin ich doch für ein Feigling und Weichei.“

Mit dieser Erkenntnis folgte ein langer Prozess, in dem wieder beide um ihre Standpunkte kämpften. Mittendrin hatten sie sogar noch eins draufgesetzt. Sie hatten sogenannten Versöhnungs-Sex. Viele glauben ja, wenn sie wieder Sex mit dem Partner oder Partnerin haben, ist alles wieder gut und jeder Konflikt wird „weg-gesext“. Wie naiv ist das denn? Glaubst du das auch?

Tja, Sex ist eine der wirkungsvollsten Allzweckwaffen der Frau im Kampf der Geschlechter. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde ihm nun wirklich klar, jetzt konsequent seinen Weg zu gehen. Keine Kompromisse mehr einzugehen, seine Bedürfnisse auszusprechen und an seiner männlichen Identitätsfindung zu arbeiten.

Alleine wird es schwer, denn die Muster greifen immer wieder, und wenn du dir dessen nicht bewusst bist, greift wieder der „Machtmissbrauch“ und du musst kompensieren.

Was meinst du, wie es den Kindern in einer solchen Partnerschaft gehen könnte? Sie sind ja unbewusst und bestrebt den Eltern „zu gefallen“. Wenn wir auch hier ehrlich sind, sind es benutzte Kinder. Sie sollen ein Bild im Aussen aufrecht erhalten und gleichzeitig als Alibi für die Mutter dienen.

Alles Liebe Ursula

 

PS: Willst du endlich Klarheit zum Thema Beziehung – mit dir selbst und/oder einem Partner?
Dann lies in Ursulas Büchern weiter …
BeziehungsDynamit und Das System Beziehung – Illusion & Sucht

Und/oder schau dir jetzt die Blog-Beiträge von Ursula zum Thema „Beziehung“ an. Hier nur ein paar Beispiele:

Beziehungsabhängigkeit der Kinder zu ihren Eltern
Beziehung als Prozess der Selbstzumutung
Eifer sucht das, was Leiden schafft

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