Dein Körper – der Spiegel deines Bewusstseins

KoerperbewusstseinVon jeher hat mich der menschliche Körper fasziniert. Wenn es die Umstände in meiner Jugend zugelassen hätten, wäre ich vielleicht sogar Ärztin geworden. Doch es kam anders.

 

 

Da mich das Interesse und die Neugier für körperliche und psychische Zusammenhänge jedoch nie losliessen, lag ein Studium im naturheilärztlichen Bereich sehr nahe. Was ich dann auch durchzog, sobald die Kinder aus dem Haus waren.

Heute kommt mir die Begeisterung für den menschlichen Körper und Geist sehr zugute, denn der ganzheitliche „Blick“ auf einen Menschen und dessen Lebenssituation bringt viel Unbewusstes zum Vorschein. Eigentlich logisch, denn der Körper spiegelt IMMER auch den jeweiligen momentanen Bewusstseinszustand eines Menschen.

Für mich ist der psychosomatische Ansatz zwar nur eines der „Werkzeuge“, um der Situation eines Klienten auf den Grund zu kommen. In meiner Arbeit ist es aber eines der effizientesten und stärksten Hilfsmittel.

Schauen wir als Praxis-Beispiel einmal den Fall einer Klientin an, die vor ein paar Jahren wegen ihren unerträglichen körperlichen Beschwerden zu mir kam. Die verschiedensten Schulmediziner, die sie während Jahren schon durch hatte, waren ratlos und kamen zu den unterschiedlichsten Diagnosen.

In unserer gemeinsamen Arbeit ging es dann in erster Linie darum, dass sie sich die hintergründigen Dinge erst einmal bewusst macht und aufmerksam hinschaut.

Diese Hintergründe und Zusammenhänge jedoch ohne neutrale Reflektion (im vorliegenden Fall mit meiner Unterstützung) zu finden, ist schwierig. Zu leicht bleibt man in vordergründigen Krankheitszeichen stecken und verwendet sehr viel Zeit damit, im Ausschlussverfahren die Symptomatik/en zu bearbeiten.

Auch wenn man den psychosomatischen Grund gefunden hat, geht es immer noch darum, den Widerstand aufzugeben, um ohne Bewertung durch „die Dinge“ hindurchzugehen. Nur so gibt es die Chance „daraus heraus“ zu kommen. Einen anderen Weg gibt es nicht.

Das hat sich auch die Klientin klar gemacht und schaut seither sehr viel aufmerksamer zu ihren Mustern:

 

Liebe Ursula

Jetzt verstehe ich, warum mein Körper schmerzt. Er muss wehtun, er kann ja nicht schreien. Wenn er könnte, würde er schreien. Er würde schreien, weil er mit hasserfüllten Gedanken überflutet wird. Weil er dauernd hört, wie unzumutbar, schwach, versagend, unzulänglich, hässlich und mangelhaft er ist. Weil er jahrelang hungern musste, weil er bis über die Erschöpfungsgrenzen hinaus arbeiten und funktionieren musste. Weil er nie gut genug war bzw. ist und deshalb immer mehr und mehr leisten muss, auf vielen Ebenen. Weil er bereits seit Langem verlassen wurde, von mir … und mir doch immer nachhetzen muss, obwohl er müde ist und Ruhe will, schon lange. Doch das höre ich nicht, weil er ja nicht schreien kann.

„Ich“ … dieses „Ich“, das so böse ist mit diesem Körper und sich dennoch so identifiziert mit ihm – ein perfekt inszeniertes Opferdrama ist das.

Und das Bewusstsein meint es sei bewusst. Es strebt zur Leere hin, obwohl man gar nicht nach der Leere streben kann. Es macht eigentlich dasselbe wie das „Ich“. Es verlässt den Körper, indem es leer sein will. So ist es also nicht bewusstes SEIN, sondern lediglich eine neue Maske des Ich‘s. Ja, und jetzt, da es entlarvt ist, darf das Ich Ich sein; darf der Körper Körper sein. Er darf wehtun …muss es aber nicht mehr. Denn er darf nun weinen und schreien.

 

Die nützliche Erfahrung von Ohnmacht wird uns durch den Körper sehr deutlich gemacht. So unbewusst wie die meisten durchs Leben gehen, haben sie keine Chance dagegen anzukämpfen. Hier wirken keine Kontrolle, kein Wille und auch keine Alibis. Der Körper zeigt die „brutale“ Wahrheit.

Fang an, deinen Körper zu respektieren, in dem was er dir sagen möchte. Höre auf ihn und kasteie ihn nicht noch mehr. Denke daran, du hast nur dieses eine Leben in dieser Form, die du dir ausgesucht hast. Niemand anderes war daran beteiligt.

Also geniesse deine Ohnmacht und bleibe in deinen Gedanken – egal wie schlecht es dir geht – immer respektvoll zu deinem Körper. Gib ihm die Zeit, die er braucht, um zum Beispiel „gesund“ zu werden. Egal, wie lange es dauert.

Doch was braucht es um körperlich „gesund“ zu werden/sein? In dieser Hinsicht trifft der Volksmund schon voll ins Schwarze, wenn er behauptet „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist!“. Nur, wie bewerkstelligt man das?

Die „Lösung“ ist so banal und deshalb für die meisten nur schwer nachvollziehbar
Wertfreie Selbstbeobachtung schafft automatisch Selbstkorrektur.

Wer diese Haltung für sich entdeckt, zieht drei weitere Aspekte unweigerlich in sein Leben: Selbstachtung, Selbstrespekt und Selbstdankbarkeit. Das daraus entstehende Selbstvertrauen dankt dir dann jede Zelle.

Bis zum nächsten Mal
UMA

 

PS: Wenn du noch mehr zum Thema „Körper und Bewusstsein“ wissen möchtest, können wir dir folgende Blogs sehr empfehlen:

„Wer“ ist der Schmerz

Körper-Geist-Apparat / Body-Mind-System

Füttern wir mit Essstörungen nur hungrige Herzen?

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