Neu –> Das grosse Krisengeschrei

Krisen und  VisionenOh Mann … warum sprechen die Menschen nur noch über Krisen? Warum nicht über Visionen?

Auf einer unserer Veranstaltungen letzte Woche fragte mich eine Teilnehmerin: „Warum bietet ihr nicht auch wie andere Krisenpakete an? Tipps und schnelle Hilfe für Krisensituationen. Ich selbst und auch viele in meiner Umgebung stecken in tiefen Krisen, sei es beruflich, in der Beziehung und auch finanziell. Es wird auch immer schlimmer. Ich brauche da Hilfe und bin total überfordert, es geht alles drunter und drüber.“

Oh ja, da war ich in meinem Element: Hilfe zum Krisen meistern. Hilfspakete schnüren!! Bitte, schaut mal ganz genau hin. Erst, wenn ich glaube, dass ich Hilfe brauche, beginnt die Krise. Ich spreche natürlich hier nicht von Erdbeben und Überschwemmungen.

Niederlagen und Krisen werden zu Verkaufsschlagern. „Schau, mir geht’s genauso schlecht wie dir! Lass uns gemeinsam schauen, wie wir da raus kommen.“

Krisen!? Gibt es sie wirklich? Oder sind es nur Sichtweisen?

Das Verkehrte und Falsche liegt immer im Auge des Betrachters.

Niederlagen sind Bezeichnungen von Vorstellungen, wie es besser sein sollte. Je höher ich strebe, desto tiefer ich „nieder-falle.“ Da legt‘s dich nieder! „Nach dem Aufschwung in den Hochmut, kommt der Fall in die Demut.“ „Erkenntnisse der Demut geschehen still, sonst dienen sie wieder nur der unbewussten Optimierung alten Hochmuts.“

Krisenmanagement ist das aktuelle Schlagwort. Um dieses Management zu betreiben oder zu verkaufen, muss man natürlich erst Krisen kreieren. So hat man nun wieder etwas zu optimieren oder etwas zu verkaufen.

„Care-Packages“ bieten sich da ganz besonders an. Tipps und Tricks zum Überleben. Unzerstörbare Kompasse und vielleicht auch haltbares Schwarzbrot in Dosen. Täuschen und tarnen, tot stellen oder weglaufen? Notfallnummer des nächsten „Sanitäter/Therapeuten?“ Oder doch Angriff zur Verteidigung? He, brauche ich das wirklich?

Kluge Ratschläge von anderen, die damit ihre eigenen Krisen kompensieren wollen und sich zum Retter aufspielen. Woher wollen sie wissen, was jetzt für mich richtig wäre? Halten sie mich für so schwach, dass sie glauben, ich bräuchte Hilfe? Und das auch noch, ohne dass ich danach gefragt habe. Geht’s noch?

Was aber sind Krisen wirklich? Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „meinen/beurteilen/entscheiden/trennen“. Das kann ich aber doch wirklich nur alleine, sonst bin ich abhängig. DAS wäre für mich eine wirkliche Krise, eine Dauerkrise.

Die Krise ist somit eine ganz individuelle Beurteilung einer Situation und fordert auf zur Entscheidung, zur Trennung von vergangenheitsbezogenen Vorstellungen. Krisen sind somit auch keine Tabuthemen, sondern bieten neue Möglichkeiten der eigenen Wahrnehmung … Wozu brauche ich denn jetzt Vor-Sorge-Pakete? Um das Schwere leicht zu machen? Aber was ist schwer und was ist leicht? Ist doch alles relativ. Was soll denn hier die Bewertung? Ach ja … Angst machen.

Wer erfolgreich sein will, muss auch scheitern können. Der Erfolg beginnt also bei der Akzeptanz des Scheiterns.

Das Wunder der Krise liegt auch darin, nicht über eine Krise zu sprechen, zu urteilen und zu bewerten, sondern sie durch Wahrnehmung zuzulassen. Über Krisen zu sprechen, heisst zurückzuschauen. Die Krise fordert uns auf, die Zukunft bewusst zu gestalten und mich immer wieder neu zu reflektieren. Als reaktives Krisen-Opfer bekomme ich natürlich meist mehr Sympathie als der aktive Täter. Kennt ihr doch, oder?

Ich bin als Mensch niemals näher an meiner persönlichen Wahrheit, als im Moment meiner grössten Panik – in einer tiefen Krise. Sagt nicht eine uralte Weisheit, dass im tiefsten Schmerz die Lösung liegt?

Kann man dann Krisen meistern?? Und was heisst das überhaupt?

Meister der Krise? Master of Desaster?

Erst mit dem Gedanken an eine Krise, beginnt die Krise … „Matter follows Minds“.

Herzlich willkommen im Club der Krisendenker – „Come in and burn out!“

Die Krise ist doch ein notwendiger Teil der persönlichen und universellen Evolution, ein Wachstumsprozess. Ein Prozess der Verantwortung. Das Ergebnis einer Wahrnehmungsphase und oft auch ein notwendiger Einschnitt in die persönliche Welt der Illusionen und Vorstellungen.

Macht euch dazu eure eigene Meinung, sonst landet ihr schneller in der Krise von Abhängigkeiten als ihr denkt. Sonst ziehen euch andere in ihre Krise mit hinein und wollen dann gemeinsam mit euch schauen, wie man da rauskommt. Sie gebrauchen euch dazu, um aus ihrer Krise – sprich Ohnmacht – zurück in ihre Macht zu kommen. Jetzt ist die Krise bei euch. Achtung, Gedanken schaffen Realität.

Liebe Grüsse
Klaus

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