Lebenskrisen passen immer!

Blog LebenskrisenZugegeben, wenn du gerade in einer sogenannten „Lebenskrise“ steckst, die du nicht haben willst, wirkt diese Aussage mit Sicherheit sehr provokativ. Es sei denn … du entlarvst deine Krisen-Situation als das, was sie ist – ein Hinweisschild.

Doch was ist eigentlich eine Krise? Wie bei so ziemlich allem, spielen auch hier Begrifflichkeiten eine grosse Rolle, deren individuelle Bedeutung bei jedem von uns unterschiedlich abgespeichert sein kann. Das wurde mir vor ein paar Wochen so richtig klar, als mich ein kleiner Junge fragte, wie man denn ein Problem „mache“. Er hatte noch kein Verständnis für das Wort entwickelt und reagierte deshalb neutral auf dessen Bedeutung. Für ihn war es einfach nur lustig anzuschauen, wie sich meine Mimik bei Betrachtung des „Problems“ veränderte.

Du kannst dir wohl denken wie blöd ich mir vorkam, als ich realisierte, dass dieser süsse, kleine Klugscheisser unbewusst gerade mein schönes Problem-Drama-System zunichtemachte. Mit seiner „naiven“ Frage hatte er mich völlig aus dem Konzept gebracht, weiter an meinem Problem-System zu basteln. Stattdessen hatte ich damit Distanz zur Angelegenheit gewonnen, was sie nicht mehr als ganz so dramatisch erscheinen liess. Damit war dann auch eine mögliche „Lösung“ des Problems sehr schnell ermittelt. Was zeigt uns dieser kleine Exkurs in den Alltag? Nichts ist wirklich so, wie es zu sein scheint und alles zeigt sich so, wie du es brauchst.

Was sind also Krisen wirklich? Umgangssprachlich kommt man schnell mit einem Spruch wie: „Ich krieg die Krise“ und ähnlichem. Dass jedoch jeder seine Krise anders „auslebt“, sollte schon zu denken geben. Das bedeutet nämlich, dass jeder diesen Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen eingeprägt hat. So und nicht viel anders entstehen Missverständnisse. Nicht nur im Zusammenleben mit anderen Menschen, sondern auch im erleben von uns selbst. Wenn du zum Beispiel das Wort „Krise“ oder gar „Lebenskrise“ negativ bewertest, läuft in dir ein anderer biochemischer und dadurch auch psychischer Prozess ab, als wenn du die gleiche Situation als Chance oder gar neutral betrachten kannst.

Das ist ja gut und schön zu wissen, doch wer über Jahrzehnte hinweg Probleme, Krisen oder andere Knacknüsse, mitsamt den erlebten Auswirkungen, als unangenehm oder schmerzhaft abgespeichert hat, hat es schwer die eingefahrenen Mechanismen einfach fallen zu lassen und völlig anders zu reagieren. Denn nichts anderes ist es: Ein reagieren auf Befindlichkeiten, die teilweise nur durch ein Wort ausgelöst werden können.

Auch diese Ausführungen könnten jetzt als sehr ernüchternd und „negativ“ aufgefasst und bewertet werden. Es sei denn … du hast genug davon, dich schlecht, schwach und antriebslos zu fühlen. Es sei denn … du möchtest endlich deine Leidens-Medaillen an den Nagel hängen und etwas anderes kennenlernen. In diesem Fall gibt es tatsächlich weitaus pragmatischere und sogar sehr undramatische Möglichkeiten, wie vermeintlich unpassende Lebenssituationen auch noch betrachtet werden können.

Eine Möglichkeit heisst HALT STOPP! Damit hast du die beste Chance Distanz zum Thema und der Situation zu schaffen, um dir die Falle, in die du tappen willst, erst einmal bewusst zu machen. Dass dies fast unmöglich ist, wenn man voll in den Emotionen steckt, weisst du sicher aus eigener Erfahrung. In diesem Fall wirst du vielleicht erst nach dem „Trip“ feststellen, dass du der Emotion wieder auf den Leim gegangen bist. Das ist weiter nicht schlimm, denn je häufiger du auch im Nachhinein innerlich HALT STOPP! rufst, je schneller kann sich eine „neue“, für dich gesündere Reaktion entwickeln. Dass sich damit nicht nur deine Haltung und Einstellung zu dir selbst verändert, sondern auch zu deinen Lebenssituationen, wäre doch ein netter Nebeneffekt oder? Du kannst gleich damit anfangen … Halt Stopp!

Natürlich ist das Wort „Lebenskrise“ in der Überschrift austauschbar mit allem, was gerade aktuell in dir rumort – Angst, Trauer, Wut, Unzulänglichkeit, etc. An manchen Tagen kann ein HALT STOPP! durchaus ausreichen, um in der bewusstlosen Dramaturgie eine faktische Sachlage zu erkennen. Im praktischen Alltag kommt dann allerdings noch erschwerend die Sucht-Komponente hinzu. Das bedeutet, dass wir irgendwann süchtig nach Gefühlen wie Angst, Wut, Ohnmacht, Mangel und den dementsprechenden Dramen sind. Wenn also das HALT STOPP! keine Wirkung zeigt, kannst du davon ausgehen, dass du gerade sehr in deine „Scheisse“ verliebt bist.

So hart das klingen mag: Es gibt einen Faktor, den viele nicht kennen, der uns aber durch die heutige Wissenschaft – hier im speziellen von der Gehirnforschung und Neurobiologie – als Erkenntnis dienen kann. Nämlich, dass das erwähnte Emotionale-Suchtverhalten stark durch den Körper unterstützt wird. Das heisst sehr vereinfacht: Unserem Körper steht für jedes einzelne Gefühl und jede einzelne Emotion eine hauseigene Chemikalie zur Verfügung. So wird zum Beispiel bei Angst das Angst-Peptid ausgeschüttet, das sich blitzschnell im ganzen Körper verbreitet. Es sucht sich Zellen, an deren Rezeptoren sie andocken können und „informiert“ damit die passenden Zellen über deinen aktuellen Gemütszustand.

Das ist eine wirklich feine Sache und kann bei Gefahrensituationen Leben retten. Doch wie immer gibt es auch hier die andere Seite der Medaille. Denn wenn Körperzellen während längerer Zeit immer wieder mit einem bestimmten Peptid „beliefert“ werden, kann es zu einem regelrechten Aufstand kommen, wenn eine „Lieferung“ einmal ausfällt: „Hee, was ist los da oben? Wo bleibt unser heutiger „Schuss“? So könnten die Zellen reagieren, wenn du plötzlich auf eine altbekannte Situation anders reagierst als bisher programmiert. Tja, genau hier zeigt sich, weshalb es uns so schwer fällt, auch ungesunde Gewohnheiten loszuwerden.

Beziehung (auch die zu dir selbst) ist ein bioenergetischer Prozess und unterliegt einzig den universellen Gesetzmässigkeiten. (Ursula Maria Auktor)

Mit diesem kleinen und sehr oberflächlichen Abstecher in die Welt der Wissenschaft wäre es doch nun angebracht, etwas netter und wohlwollender zu dir zu sein. Denn wenn Zellen mit Angst- oder Wut-Peptiden „beliefert“ werden können, sind Spass- und Begeisterungs-Peptide genauso vorhanden. Beim Einstellungswechsel deines Fokus auf „angenehmere“ biochemische Vorgänge kann dich HALT STOPP! sehr unterstützen. Du könntest durchaus überrascht werden wie gut …

Mit ein klein wenig Distanz hast du die Chance, gerade Worte wie „Lebenskrise“ nicht nur als Zusammenbruch oder Depression – oder als was du es auch immer abgespeichert haben magst – zu deuten. Du könntest unter Umständen erkennen, dass eine Lebenskrise eine Sinnkrise ist, die dich mit all ihren „Nebenwirkungen“ als Hinweisschild auf bisherige Einstellungen aufmerksam machen will, die nicht mehr funktionieren. Es zeigt, dass die Lebensphasen von gewissen Strategien auslaufen und überdacht werden dürfen. Dass sich eine Lebenskrise auf privatem als auch auf beruflichem Terrain zu Hause fühlt, scheint klar und zeigt nur, dass man schon zu lange die unterschwelligen Unbehaglichkeiten in seinem Leben missachtet hat.

Warum sich nicht jeder mit diesen Techniken/Möglichkeiten aus dem Gefühlsschlamassel zieht? Ganz einfach, sie sind mit ihrem Verstand und dem altbekannten Denken identifiziert. Das ist weiter nicht schlimm, denn das Abenteuer Leben lässt sich auch so er-leben. Darüber hinaus ist ja vielleicht nicht für jeden „vorgesehen“, im aktuellen Leben in den Genuss von klarem Bewusstsein zu kommen?
Wie sagt Ursula Maria Auktor in ihrem neuen Buch: „Der Vielfalt der Drehbuchtitel sind keine Grenzen gesetzt.“ Das heisst, dass jeder sein eigenes „Lebens-Drehbuch“ hat, worin er/sie selbst angelegt hat, was es auf dieser Kugel zu erkennen, zu erfahren und zu erleben gibt. Und genau deshalb:

„Lebenskrisen sind sorgsam massgeschneidert und passen immer wie angegossen.“

HALT STOPP! mag dir vielleicht banal vorkommen, doch damit löst du einen – unter Umständen sehr intensiven – Prozess aus, der jedoch mit der Begleitung von neutralen Reflektoren eine Krise sehr schnell als Chance erkennen lässt. Aus Erfahrung weiss ich wie erdrückend ein solcher Prozess sich entwickeln kann, wenn man „das Ding selbst schaukeln will“. Wertfreie Reflektionen von Menschen um uns herum sind Gold wert. Doch meist ist unser direktes Umfeld unbewusst von eigenen Motivationen uns gegenüber gesteuert. Damit kann sich ein gewünschter Richtungswechsel im Leben noch knackiger gestalten.


Ursula Maria Auktor stellt sich tagtäglich in ihrer Praxis als Reflektor zur Verfügung und weiss nur zu gut, dass Hauruck-Aktionen nicht funktionieren, weshalb Prozessarbeit so wichtig ist. Du weisst das, spätestens seit du den Abschnitt mit dem Bioenergetischen Prozess gelesen hast.

Wenn du mehr über wirklich alltagstaugliche Möglichkeiten wie HALT STOPP! und Ursula Maria Auktor und ihre Arbeit wissen willst, hol dir am 15. Oktober 2015 ihr neues Buch „DAS SYSTEM Beziehung – Illusion & Sucht“.
In der Zwischenzeit kannst du hier die Kostenlose Leseprobe herunterladen.

 

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Bildquellennachweis:

Blutende Lippe mit Rose – https://de.123rf.com/mylightbox_detail.php?lid=7740895&mediapopup=92303129 – von imagesourceprem   https://de.123rf.com/profile_imagesourceprem

 

1 Kommentar

  1. Hallo Andrea, ein sehr interessanter Artikel, den Du da geschrieben hast. Ja, auch das Neuropetide, Messengerpeptide (auch Balrogs genannt) unser Handeln weitestgehend steuern ist mir bekannt. Glücklicherweise bin ich in der lage, auf Grund meiner Ausbildung als Cobimax-Anwender, direkt auf das vegetative Nervensystem Einfuß zu nehmen und mir eine lang andauernde Prozeßarbeit zu ersparen. Unser Neokortex (Alltagsbewusstsein) hat die Verbindung zum Kleinhirn, das ist der Teil in uns, der mit Allem, was war, ist und jemals sein wird, verloren. Das Kleinhirn ist auch der Teil in uns, der mit jedem anderen Ween in der Schöpfung verbunden ist. Die neuronalen Verknüpfungen, mit denen wir auf die Welt kommen, werden uns tragischerweise aberzogen. Somit atrophieren die Neuronalen Verknüpfungen mit der Zeit und wir leben nur noch mit dem was „man“ uns von außen beigebracht hat. Inzwischen ist es bekanntermaßen schon so weit, dass Viren: Bornaviren, Toxoplasma gondii, Parmud A, usw. sich unserer Emotionen bemächtigen, sogar imitieren und davon ihre Energie erhalten. Eine sehr spannende Welt in der wir da leben.
    Mit freundlichen Grüßen, Matthias

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