Der Schein heiligt die Mittel

Der Schein heiligt die MittelIn letzter Zeit werde ich von allen Seiten auf die aktuelle Weltlage angesprochen und viele wollen meine Sichtweise dazu hören oder lesen. Meistens stellt sich sehr schnell heraus, dass sich die wenigsten Menschen ihre eigene schöne Geschichte zum jeweiligen Thema, von einer anderen Meinung versauen lassen wollen.

Die erstaunlichsten emotionalen Glanzbilder formen ihre begrifflichen Bezugsrahmen und dürfen von der Wahrheit, bzw. von Fakten, nicht gestört werden. Ein schöner Schein „heiligt“ die Mittel, indem aus einer faktischen Situation eine schöne emotionale Geschichte hervor gezerrt wird.

Diese Perspektive erlebst du tagtäglich in allen Medien und das nicht nur weil es sich besser verkauft. Sondern weil ein Großteil der Menschen, mit wirklichen Fakten allein – ohne emotionale Geschichte dahinter – einfach nicht klarkommt. Wir sehen es so wie wir es sehen wollen und müssen, sonst wird die Wirklichkeit plötzlich brutale Realität.

Das solltest du jetzt keinesfalls als Vorwurf oder Kritik auffassen – denn das ist Fakt! Wenn sich in dir jetzt trotzdem Widerstand regt, dann nur deshalb, weil dir etwas in der Aussage nicht in dein Bild passt. Auch ok. Damit hätten wir jetzt wenigstens eine Diskussionsbasis, oder? Und pass auf, genau darum geht es den meisten Menschen, ums diskutieren und nicht ums miteinander reden oder austauschen.

Beim Diskutieren muss immer einer recht haben. Das Gegenteil davon wäre das „sich mitteilen“. Hier werden einzig Informationen ausgetauscht, ohne vom Gegenüber eine Bestätigung in Form von Zustimmung oder Ablehnung zu erwarten.

Diese Kommunikationsform verlangt aber den meisten alles ab, weil es dabei oft zu sachlich zugeht. Außerdem braucht das Ego im Kontakt mit einem äußeren Du einfach Beifall oder Buhrufe, um reagieren zu können. Es verliert seine Existenzberechtigung und stempelt dich zum Verlierer, womit das ganze Theater von vorne losgeht. Nur diesmal fängst du wohl besser gleich mit dem diskutieren an …

Zurzeit macht es da draußen in der Welt den An-schein von Auf- und Zusammenbruch. Doch was bricht wirklich zusammen? Sind es nicht nur Scheinwelten, die einstürzen? Im Großen wie im persönlichen Kleinen entlarven sich doch einzig die Illusionen, die bisher einen schönen Schein aufrecht erhalten mussten.

Noch ist jedoch keine erleichternde Ent-täuschung wahrzunehmen. Täuschungen streben nach Ent-täuschungen. Erleichternd deshalb, weil man sich jetzt „eigentlich“ um einige Täuschungen weniger kümmern müsste. Tja, wenn da dieses Wörtchen eigentlich nicht wäre …

Klarer zu erkennen scheint da die Phase des Klammerns an einen verblassenden Schein, der nun wirklich nichts mit Sein zu tun hat. Alte Glanzfotos werden als Vorlagen herumgereicht. Alles soll weiterhin gut verteilt und ordentlich sein. Eine Glanzwelt, die so hell blenden soll, erschafft einzig doch nur noch mehr Schatten und Dunkelheit.

Scheinwelten werden von Scheinbanken geführt, die scheinbar Scheingeld herstellen. Wenn sich nun alles als Schein herausstellt, zerfällt doch alles in den Zustand wie es vorher irgendwann einmal war. Jeder hätte dann NICHTS mehr und dennoch würden alle leiden, da sie glauben, jetzt arm zu sein. Doch tatsächlich besaßen sie vorher auch nur Scheingeld, das sie wiederum dazu verwenden den Schein zu wahren, um jemand Sein zu können.

Genau deshalb muss alles gut, ordentlich und ausgeglichen sein. Das zumindest wünschen sich diejenigen, die gerade wegen aktuellen Entwicklungen in der Welt, Angst um Leib und Gut verspüren. Da kommen universelle Gesetzmäßigkeiten nicht sehr gut an, die besagen, dass das Gute das Böse braucht, um sich als gut präsentieren zu können. Noch unbeliebter ist die Tatsache, dass der Helfende ein Opfer braucht, um sich als guter Helfer präsentieren zu dürfen. Mit „dem Fluch der guten Taten“ will ich jetzt nicht einmal anfangen …

Vielen wäre es sehr recht, wenn sich die Welt und ihre Geschichte einfach nicht mehr weiter „dreht“ oder wenn dann am liebsten dahin zurück, wo alles noch vermeintlich kontrollierbar erschien. Doch das Universum mit allem was darin existiert ist auf Evolution und nicht auf Stillstand ausgerichtet. Im Gegenteil! Stillstand und Unbeweglichkeit ist für jede Zelle, jedes Atom, für alle Quarks oder Higgs tödlich!

Die Evolution ist dabei alles andere als freundlich. Sie ist ein Wettkampf, der nur die stärksten Aspekte überleben lässt. Wie können wir uns einbilden, dass in der menschlichen Evolution alles friedlich und freundlich abläuft?

Diese Frage setzt eine Wahrheit frei und das weißt du. Sie müsste bei dir als Notwendigkeit eine aggressive Haltung hervorrufen, die ebenfalls einer universellen Gesetzmäßigkeit folgt – nämlich dem Trieb des „Überleben Wollens“… denn nur „das Stärkste“ überlebt.

Wenn es in diesem Leben um nichts anderes geht, als das bewusste Erleben von dem was gerade ist, ist das bewusste und wertfreie Schauen von dem was gerade ist, essentiell. Deshalb meine Frage: „Erkennst du den schönen Schein in deinem Leben oder verwechselst du ihn noch mit deinem Sein?“

Es bleibt dabei…oder doch nicht? Vieles ist – und war es immer schon – nur Schein. Nichts davon ist wirkliches Sein. Vieles macht nur den An-schein, ist aber in Wirklichkeit „anders“… alles scheint nur schöner Schein zu sein, aber einige davon sind nun „heilig gesprochen…“ Welche sind es bei dir?

Alles klar? Alles Clarius!
*Klaus*

 

Mehr zu diesem Thema und der Arbeit von Klaus Konstantin findest du in seinem aktuellen Buch „Unschuldig – Die Ungewissheit hat ein Ende“.

 

Weitere Blog-Beiträge mit ähnlicher Thematik findest du hier:

Die Wirklichkeit darf die Traumbilder und Illusionen nicht stören …

Scheinheiligkeit und Heiligkeit

Du siehst nicht das, was wirklich ist.

Die Illusion der Ich-Identität

 

…………..

Bildquellennachweis:

Konzept mit grünen Visionen – https://de.123rf.com/mylightbox_detail.php?lid=3478928&start=100&mediapopup=24236944 – von alphaspirit   https://de.123rf.com/profile_alphaspirit

1 Kommentar

  1. Grüezi

    „Unschuldig“ – irgendwie spricht mich schon die Kurzbeschreibung des Buchs an, auch wenn ich einen Gegensatz von Schein und Sein nicht erkennen kann. Schein ist der Weg. Aber irgendwie, und auch das ist ein Schein, leuchtet hier was, etwas Vertrautes wie aus einer Zeit, wenn es denn Zeit gäbe, in der Kenntnisse, Deutungen und Fragen noch nicht existierten.

    Sehe ich mir also die Leseprobe an, nachdem ich mich damit abgefunden habe, dass ich dafür etwas abliefern muss.

    Ja, spricht mich auch an, obwohl ich überzeugt bin, dass Unwahrheit es genauso tut wie Wahrheit, dass aus dem Gefängnis nicht ausgebrochen werden muss und überhaupt alles Hebeln mittels „Prozessen“ wie ein Strampeln im Moor ist – und obwohl dieser Text ständig gegen seine eigene Maxime verstößt: „Alles Wissen führt in die Irre.“ Trotzdem, diese Luftigkeit riecht einfach gut.

    Hätte nicht gedacht, dass es doch noch ein Buch gibt, das mir erwerbenswert scheint.

    Jochen Lehner

    Antworten

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