Starke Denker fühlen sich schuldig

Blog - Denker und SchuldJe stärker du denkst, desto schuldiger fühlst du dich. Das steht ganz klar in Konkurrenz mit dem eigentlichen Auftrag des Menschen, das Leben zu er-leben und nicht es zu er-denken. Bei dieser Gegenüberstellung kann man durchaus auf die Idee kommen, dass sich der überwiegende Anteil der Menschheit einem „Lebens-Verhinderungs-Programm“ verschrieben hat.

In diesem Lebensentwurf sind Vorstellungen und Konzepte als Gedankenkonstruktionen die Basis, mit der du automatisch das „Spiel“ von Macht und Ohnmacht in Gang setzt. Damit kommt auch Korruption und Manipulation ins Spiel, die dich schliesslich in Abhängigkeiten führen, welche wiederum Aggressionen hervorrufen, die dann als Kompensation herhalten dürfen. Ein Teufels-Kreis? Nicht wirklich! Es sei denn, du lässt dich dazu hinreissen, diesen logischen Mechanismus zu bewerten. Riechst du gerade Schwefel?

Steigerungen sind auch in diesem Prozess durchaus möglich. Denn je mehr Vorstellungen und Gedanken du pflegst, desto mühevoller und anstrengender wird dein Leben. Dein Alltag wird dann mit der zwanghaften Suche nach immer neuen Kompensationen verschwendet, was erneut zu noch mehr Abhängigkeiten führt. Je mehr Abhängigkeiten, desto mehr Frust. Und Frust bedeutet nichts anderes als die Abwesenheit von Lust.

Es herrscht heutzutage also ein massiver Mangel an Lust. Warum sonst fragt sich jeder Zweite: „Warum schaffe, erreiche ich das nicht? Warum bin ich unfähig, endlos hilflos und ohnmächtig?“ Dass auch dieses Vorgehen mit Denken beginnt und in Gang gehalten wird, kannst du sicher aus eigener Erfahrung bestätigen. Denn es handelt sich dabei um den zwar unschönen, aber dennoch sehr effektiven ewigen Kreislauf der „ICH-Optimierung“.

Doch was ist Lust? Diese Frage ist mehr als berechtigt, wenn nur der Frust mit Anwesenheit glänzt. Wie nimmst du Lust wahr? Beschränkst du das Empfinden von Lust einzig auf die Sexualität oder würgst du auch diesen Bereich mit mechanischer Sportlichkeit ab? Wie könnte ein grundsätzlich lustvolles Leben aussehen, sich anfühlen? Wenn du dich gerade fragst, ob so ein Leben in der heutigen Welt überhaupt noch möglich oder angebracht ist, dann hast du die Antwort darauf, weshalb du frustriert und möglicherweise depressiv bist. Dein Fokus geht in die Richtung, in die die Mehrheit der Menschen zurzeit blickt – in Richtung Frust.

Lust allerdings ist ein menschliches Bedürfnis, das einerseits einen langgehegten Wunsch endlich zur Umsetzung puscht, zum anderen ist es einfach die Lust sich zu spüren. Sei dies im Genuss von leckerem Essen, in der Ausübung seiner Lieblingssportart oder irgendeiner kreativen Beschäftigung.

Wenn du wertfrei auf dein Leben schauen würdest, könntest du entdecken, dass (nicht nur deine) Vorstellungen objekt- und motivbezogen und damit zielorientiert sind. Dass damit auch das kleinste aller Ziele die Basis von unbewusstem Mangel ist, kann durchaus ernüchternd wirken. Dennoch klammern sich die Menschen (oft ihr Leben lang) an altbekannte und verbreitete Gedanken-Konstrukte. Vielleicht wacht der eine oder andere auf, wenn er vor Schreck – z.B. einem Schicksalsschlag, Krankheit oder Zusammenbruch – nicht mehr denken kann. Da aber nur wenige in solchen Umständen einen Glücksfall erkennen können/wollen, fallen viele nach einem Schock in noch tiefer Unbewusstheit.

„Ich verstehe es nicht. Was soll ich tun? Ich kann es nicht greifen. Ich komme nicht weiter. Ich schäme mich dafür, dass ich zu schwach bin, zu dumm bin, nicht gut genug bin. Ich bin schuld, dass ich abhängig bin, nicht das schaffe, was andere von mir erwarten. Ich bin selber schuld, dass ich mich nicht durchsetzen kann, nicht souverän bin und immer Kompromisse eingehe. Bitte Ent-schuldigt mich, dass ich euch enttäuscht habe. Ich habe gedacht, ich schaffe es …“

Als Schöpfer dieser Sichtweisen und Gedanken stellt sich doch nur die eine Frage: „Was bleibst du dir selbst schuldig?“

  • Das Vertrauen ins Leben, so wie es ist?
  • Die Freiheit des einfachen Lebens, ohne Wenn und Aber?
  • Die Möglichkeit das Leben zu fragen, was es von dir will, anstatt was du vom Leben willst?

Bereits ein zartes Hinterfragen einer alten Haltung, kann zu Lücken im zielorientierten Leistungsdenken führen. Aus der Haltung heraus das Leben zu erforschen, anstatt es kontrollieren zu wollen, kann plötzlich Raum für Neues, anderes entstehen. Denn Erforschung ist wirkungsorientiert und damit ohne eingrenzende Motivation. Probiere es aus! Wäre ja vielleicht möglich, dass damit der Faktor „Lust“, den Umstand „Frust“ entmachtet …

„Ich werde meine Tage nicht vergeuden, indem ich sie zu verlängern suche. Ich werde meine Zeit jetzt nutzen, in dem ich lebe. Ich denke nicht daran, mir Gedanken zu machen, wie es besser werden könnte. Ich lasse diese Gedanken zu, ich schenke ihnen aber keine Macht, denn sie wollen nur meine Ohnmacht.“  K. K.

 

PS: Mehr zu diesem Thema und zu Klaus Konstantin findest du in der Neuauflage des Bestsellers „Heilung braucht Wahrheit“ (inkl. Arbeitsteil). Hol dir gleich hier eine Leseprobe!

 

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Bildquellennachweis:

Mann mit Stein auf Kopf – https://de.123rf.com/mylightbox_detail.php?lid=3478928&start=200&mediapopup=29293641 – von bowie15   https://de.123rf.com/profile_bowie15

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