Du siehst nicht das, was wirklich ist.

Was sehe ich wirklichDu siehst immer nur das, was du sehen musst.

Wenn ich das sage, bekomme ich meist Ärger, weil den meisten Menschen diese Aussage nicht gefällt. Es würde ja bedeuten, dass alles Sehen eine Täuschung ist.

Die Interpretation der elektrochemischen Signale, die durch den Sehnerv ins Gehirn gelangen, will also gelernt sein. Hier erklärt uns die Gehirnforschung, dass die bewusste Erfahrung des Sehens nur zustande kommt, wenn wir bestimmte Zusammenhänge vorhersehen können. Es erscheint uns befremdend, dass wir nicht mit den Augen sehen können, sondern mit dem Gehirn. Unser Gehirn stellt eine Wahrnehmung her, die wir als Sehen bezeichnen. Unser Sehen ist also nichts anderes als das Abrufen von Datenfeldern. Logische Folgerung: „Wir sehen nur das, was wir sehen müssen.“

Unser Gehirn simuliert was passiert, wenn wir unter den gegebenen Bedingungen eine bestimmte uns bekannte Handlung ausführen. D.h. nichts anderes, dass unsere Erwartungen einen Einfluss darauf haben, was wir sehen und was nicht. Glaubst du das?

Diese Erkenntnis haut doch um. Das bedeutet, dass wir nur in der Vergangenheit leben, aus den Erfahrungen von gestern, die uns glauben machen, vermeintliche Sicherheit zu schaffen.

Um also richtig sehen zu können, was wirklich ist – hier und jetzt – müssten wir auf andere Datenfelder zurückgreifen können. Das Unbekannte offenbart sich nur aus dem Raum des Unbekannten. „Das macht doch Angst“, bekomme ich dann meist zur Antwort.

„Wenn du etwas Neues über dich erfahren willst, musst du bereit sein etwas zu fühlen, was du noch nie gefühlt hast, dann kannst du etwas denken, was du noch nie gedacht hast und erst dann wirst du etwas tun, was du noch nie getan hast.“

Erst jetzt kannst du verstehen und erkennen, dass Veränderungsprozesse in deinem Leben von innen nach aussen gehen und nicht durch das „basteln“ an äusseren Umständen möglich sind.

Es ist also eine Aktivität, die von innen kommt. Unser Gehirn ist ein weitgehend abgeschlossenes System, das sich vor allem aus eigenen Aktivitäten speist. Ein bekannter Hirnforscher schrieb, dass die Sehrinde in erster Linie die Aufgabe hat, ein Modell der Wirklichkeit zu schaffen.

Das ganze Problem liegt nun eigentlich darin, dass uns diese Tatsachen und Fakten in keinster Weise bewusst sind und wir deshalb reaktiv in unseren Rollen und Muster leben.

Um also sowohl Zeit und Energie zu sparen trifft unser Gehirn ausnahmslos Annahmen und sieht die Welt nur so, wie es eben muss. Erst wenn etwas anders läuft als wir erwarten, egal ob kleiner oder grosser Crash, bemerken wir, dass wir nicht wirklich „da“ sind. Müssen wir also erst vom Fahrrad fallen, um zu bemerken, dass wir Fahrrad fahren. Ja, wir müssen … oder geht es auch anders?

Das Fazit daraus ist nun nichts anderes als die Erkenntnis, dass wir uns unserer Lebensumstände und unbewusst selbstgeschaffenen Tatsachen erst bewusst werden müssen. Wir müssen anfangen zu fragen. Wir sollten und müssen alles hinterfragen, was wir bisher für unsere persönliche Wirklichkeit gehalten haben. Wer ist der Fremde in meinem Kopf? Und zum Schluss noch eine unangenehme Provokation, wie ihr es von mir gewohnt seid: Lebst du schon oder täuschst du noch?

 

PS: Mehr zu diesem Thema findest du auch in der Neuauflage des Bestsellers „Heilung braucht Wahrheit“ (inkl. Arbeitsteil). Hol dir gleich hier eine Leseprobe!
…………..

Bildquellennachweis:

Gesicht mit der Erde im Auge – https://de.123rf.com/mylightbox_detail.php?lid=3478928&start=200&mediapopup=19989774 – von creativmarc   https://de.123rf.com/profile_creativemarc

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?