Neu –> Eier in der Hose?

Eier in der HoseEine junge Klientin hat mir kürzlich eine Frage gestellt. Sie hatte sich von ihrem Partner getrennt und sie hatte auch mein Buch „ZEIG MIR WER DU BIST!“ gelesen. Nun wollte sie mit mir schauen, was sie aus der beendeten Beziehung „für sich und für ihre Zukunft“ lernen kann.

Ich greife jetzt mal diese Frage auf. Sie ist nicht selten, sondern sie wird immer häufiger gestellt.

Warum haben Männer keine Eier mehr in der Hose?

Ich sagte ihr, dass man das nicht allgemein behaupten sollte, individuell mag es ja zutreffen. Aber was hat das auch mit ihr zu tun? Warum stellte gerade sie diese Frage?

Sie ist eine taffe, selbstbewusst erscheinende junge Frau und zieht unbewusst – im Sinne des Gesetzes des Ausgleichs – vermeintlich „schwache“ Männer an, die ihre vermeintliche Stärke brauchen oder aber an ihr „stark“ werden wollen.

Ich fragte zurück: „Was bedeutet das für dich individuell? Welche männlichen Eigenschaften sollte er haben?“ Dann sprudelte sie los, ziemlich klar und konkret, was leider nicht immer der Fall ist. Viele wissen gar nicht, was und wie sie es definieren sollen.

Er sollte verständnisvoll sein, ehrlich, sorgend, zielorientiert, ausdauernd, kämpferisch, kompetent, beschützend, verteidigend, unabhängig, intellektuell belastbar, sexuell fordernd und gleichzeitig liebevoll. Ohhh … ihr armen Männer, kann ich da nur sagen.

Ihre Frage ist also nur individuell zu beantworten. Der Partner als unmittelbarer Reflektor.

Es ist einen Herausforderung der Frauen, ihre Widersprüche auszugleichen. Auf der einen Seite locken sie, auf der anderen verurteilen sie die Männer, wenn sie männlich sind und ihre kollektiven genetische Dispositionen nicht unter Kontrolle haben. Wie er es macht ist falsch. Ist er zu forsch, ist er ein Macho, ist er vorsichtig und behutsam, ist er ein Weichei! Meine Reaktion darauf: „Was willst du denn? Roboter und Marionetten?“

Aus meiner langjährigen Praxiserfahrung stellt sich eine Erfahrung ganz klar heraus: Männer haben heute doch genauso wie früher, und in der heutigen Zeit vielleicht noch viel mehr, Angst auf eine Frau zuzugehen.

Die Spannung des Mannes ein sogenannter „männlicher Mann“ – was immer das bedeutet – sein zu müssen und auch zu „dürfen“, ist gerade heute leider immer noch ein sogar wachsendes Problem. Es wundert mich nicht, wenn Männer ihren kollektiven und archaischen Bedürfnissen nicht mehr vertrauen, ihre Gefühlswelt unterdrücken und mit Überaktivitäten kompensieren müssen.

Ich fragte meine junge Klientin: „Was würdest du denn in die Partnerschaft einbringen?“

Sie sagte mir: „Ich bin offen, ehrlich und unabhängig. Darauf müsste sich mein Partner einstellen. Ich frage nicht lange, ich drücke aus, was ich will und tue“.

Meine Rückfrage war: „Darf er denn dann auch tun, was er will?“

Antwort: „Na ja, wenn es mich nicht beunruhigt, verletzt oder stört“.

Hier kommt nun der „unbewusste“ kollektive weibliche „Machtaspekt“ zum Vorschein.

„Was würde dich denn beunruhigen und damit herausfordern?“

„Oh shit … jetzt muss ich wohl ehrlich sein. Wenn er all das hätte, was ich oben angeführt habe, hätte ich wohl Angst ihn zu verlieren.

Das hat mich umgehauen!!!!

Liebe Männer, ich fühle mit euch, denn diese Anforderungen erfordern nicht nur Eier in der Hose, sondern auch ein gesundes männliches Selbstbewusstsein, keine Angst vor dem Weiblichen und vor allen Dingen: ein eigenes Wertesystem.

Frage: Wo bekommt ihr das?

Antwort: Nur an und mit einer selbstbewussten, authentischen Frau, die euch so sein lässt, wie ihr wirklich seid. Die eigenständig und unabhängig für ihre Bedürfnisse selbst verantwortlich ist und nicht alles auf den Partner überträgt und keine Erwartungen hegt, die sie sich selber nicht erfüllen kann oder nicht will.

Gibt es denn diese Frauen?
Schon, und erfreulicherweise auch immer mehr. Auch das ist eine Erfahrung aus meiner Praxis. Diese Frauen sind bereit sich selbst zu stellen und den Sinn der wirkungsvollen und spannungsvollen Beziehung zu erfahren und nicht nur zu erwünschen. Beziehungsprobleme in die Eigenreflektion zu nehmen.

Deshalb fragte ich dann meine Klientin: „Warum hast du deinem Partner keine Chance gegeben und damit auch dir? Warum bist du unzufrieden und frustriert aus dieser Beziehung ausgestiegen? Was hat das auch mit dir zu tun?

Sind deine Erwartungen im Aussen so gross und deine Geduld zu wenig? Glaubst du, dass dir ein Partner all das geben und erfüllen kann, was du dir selbst nicht gibst?

Ich frage dich, wie steht es mit deinen symbolischen „Eiern in der Hose“?

Wo bist du ehrlich, sorgend, zielorientiert, ausdauernd, kämpferisch, kompetent, beschützend, verteidigend, unabhängig, intellektuell belastbar, sexuell fordernd und gleichzeitig liebevoll?

Diese Eigenschaften gehören zu dir genauso wie zu deinem Partner.

Du erkennst sie nur, weil sie in dir auch angelegt sind. Du hast sie aber, durch dir unbewusste Muster, durch die ganzen Debatten über Männer, wie sie sein sollen und nicht sein dürfen, in eine Schublade gesteckt. Du erwartest, dass dein Partner für deine emotionale Sicherheit verantwortlich ist.

Wie schaut es denn mit deinem inneren „männlichen und aktivem“ Teil aus?

Ist dein Auftreten vielleicht auch eine Kompensation und welche Angst würde dahinter stehen. Bist du von deinem Partner weggelaufen und hast dich getrennt oder von dir selbst?“

Partnerschaft als Mittel zur Selbsterkenntnis oder als Optimierungshilfe?

 

Bleib neugierig!

Ursula

 

PS: Mehr zum Thema „Beziehung, Partnerschaft und Sexualität“

findest du in den Blogs von Ursula und natürlich in ihrem aktuellen Buch „ZEIG MIR WER DU BIST!

Leseprobe

 

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Bildquellennachweis:

Mann Gesicht Gesichtsausdruck Körper Nackt – https://pixabay.com/de/illustrations/mann-gesicht-gesichtsausdruck-845847/ – von Comfreak  –  https://pixabay.com/de/users/comfreak-51581/

 

 

 

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